Balance-Seitigkeit leben Der Körperhaus-Meister

Der Körperhaus-Meister

Wer oder was ist der Körperhaus-Meister? Welches Ziel verfolgt der Körperhaus-Meister? Welche biologischen Strukturen übernehmen selbstständig steuernde Aufgaben? Woran erkennt ein „Körper-Besitzer“, dass er in seinem Körperhaus wohnt?

In diesem Beitrag findest du meine Antwort auf diese Fragen aus der Sicht eines Menschen, der jahrelang nicht bemerkt hat, dass er eigentlich ein Linkshänder ist und sich auf seine dominante Seite zurück schult. Was macht den Unterschied aus? Und wie lassen sich die beobachteten Phänomene biologisch im Sinne von natürlich-logisch beschreiben. Starten wir mit der ersten Frage:

Wer oder was ist der Körperhaus-Meister?

Zuerst klären wir ein paar hier verwendete Begriffe. Der Körperhaus-Meister darf nicht mit dem Körper-Hausmeister verwechselt werden. Der Körper-Hausmeister kümmert sich um das Körperhaus indem er:

  • morgens aufsteht, den Körper wäscht und anzieht,
  • die Haare kämmt und Zähne putzt
  • das Frühstück zubereitet und in den Mund befördert, das Geschirr abräumt,
  • Aufträge Dritter im Kindergarten, in der Schule/Studium oder in einem Job ausführt,
  • sich seine Pausen gestaltet, z.B. einen Kaffee trinkt und die Nachrichten checkt,
  • diverse Wartungs-Arbeiten vornimmt wie Nase putzen, Nägel schneiden/feilen,
  • Gespräche mit anderen Handwerkern wie Friseuren oder Ärzten führt,
  • sich mit Zulieferern wie Bäcker, Gastronomen oder Familienmitgliedern über die Versorgung abstimmt, …

Kurz gesagt: Der Körper-Hausmeister kümmert sich um unser Körperhaus und hält es instand und bewohnbar.

Woran erkennen wir als Körper-Besitzer, dass wir im Körperhaus wohnen?

Wir gehen mit unserem Körper den Dingen nach, die uns Freude machen, die im Einklang mit unserem Wesen sind, Resonanzen schaffen – uns interessieren. Wir nutzen die vielfältigen Möglichkeiten unseres Körperhauses, um zum Beispiel ein Rad zu schlagen, zu tanzen, zu singen, zu hüpfen, um das Leben zu genießen und zu feiern.

Ein Däne würde vielleicht sagen: „Es ist einfach hyggelig.“ Der Biologe würde sagen: „Die Körper-Zellen-Gemeinschaft lebt in Frieden und Harmonie! Der Gesellschafts-Wissenschaftler könnte den Gedanken von einer friedlichen Koexistenz aufbringen.

… was ist, wenn wir nicht zu Hause sind?

Wir schlafen schlecht oder sind in Gedanken ganz wo anders, hängen an den Worten anderer, sehen einen Film in irgendeinem Gerät oder vor dem inneren Auge, sind unruhig – laufen hin und her, schauen dahin und dorthin oder sind einfach nirgends – einfach weg – vollständig abwesend.

Tanzen dann die Mäuse auf dem Tisch? Macht dann jede Zelle was sie will? Oder gibt es einen Schalter für den Autopiloten? Wer oder was steht für uns auf der Kommandobrücke? Wer koordiniert all die vielen Zellen in ihren unterschiedlichen Verbänden, die sich als Organe und Körperteile präsentieren?

Na, der Körperhaus-Meister!
  • Er übernimmt einfach, wenn wir – die Körper-Besitzer – gerade abwesend oder mit nicht zu uns gehörenden, anderweitigen Dingen beschäftigt sind.
  • Er ist dann, wie ein Steuermann auf einem Schiff, ohne Kapitän, auf sich allein gestellt. Er hält das Zepter in seiner Hand.
  • Es hängt von ihm ab, ob die Zellen-Gemeinschaft friedlich bleibt oder ob es zur Meuterei kommt. Wird es zu bunt – können schon mal andere Kräfte ans Ruder kommen – je nach dem, welchen Einflüssen der Körper gerade unterliegt.
  • Oftmals bemerken wir – die Körper-Besitzer – ihn gar nicht, wenn er seine Wünsche äußert oder Vorschläge unterbreitet. Manchmal weiß er in dem Chaos auch nicht, was er zuerst machen soll. Es kommen zu viele gegensätzliche Meldungen in der Schaltzentrale an.
Körperhaus-Ordnung
  • Der Körper-Hausmeister ist ihm offiziell nicht unterstellt. Er macht in den Momenten, was er für richtig hält. Meist hält er sich an alte Vorgaben – auch Routinen oder Gewohnheiten genannt. So nach dem Motto: „Das haben wir schon immer so gemacht!“ Er wartet darauf, dass er konkrete, klare Anweisungen entweder vom Körper-Besitzer oder von dessen Vorgesetzten bekommt.
  • Die Zell-Verbände der Organe haben bestimmte Erwartungen und möchten effektiv und entsprechend, der bei Ihnen ankommenden Aufträge handeln. Doch wenn einzelne Abteilungen sich widersprechende, sogenannte doppelte Botschaften erhalten, sind Energieverluste, Unproduktivität und Unzufriedenheit vorprogrammiert.
Folgen einer gestörten Körperhaus-Ordnung
  • Erst wenn die übergeordneten, regulierenden Instanzen ausfallen, das Geschrei der vielen unterschiedlichen Zellen und Zellverbänden zu groß wird, sich vielleicht auch Schmerzen und Krankheiten einstellen und die alten Muster/Programme nicht greifen, hört der Körper-Hausmeister auf die feinen Signale des Körperhaus-Meisters und lässt sich von ihm leiten.
  • Dabei passiert es, dass der Körper-Besitzer in einen Konflikt mit seinem Körper-Hausmeister gerät. Er gehorcht nicht mehr so, wie er und andere es erwarten. Er macht einfach komische Sachen. Manchmal streikt er einfach und funktioniert nicht mehr.
  • Irgendwann machen alle dieses Spiel nicht mehr mit, denn keiner weiß mehr, für wen oder was er wirklich arbeitet. „Der Körper-Besitzer“ vertraut dem Körper-Hausmeister nicht und beschimpft den Körperhaus-Meister. Das Leben in diesem Körperhaus ist weder hyggelig noch friedlich. Es wird immer weniger lebenswert.
  • Um zu überleben stellen sich am Ende der Körper-Hausmeister und die Zell-Gemeinschaft unter der Leitung des Körperhaus-Meisters gegen den Körper-Besitzer und seine Vorgesetzten. Dann kann es ein Kampf auf Leben und Tod werden.

An diesem Punkt, stellen sich ganz schnell die bekannten Fragen:

  • Wie konnte es soweit kommen?
  • Wer trägt die Schuld und
  • wer haftet für diese Misere?
  • Wer sollte für den Schaden aufkommen?

Und erst viel später, wenn der Weg des Klagens wirklich nicht mehr weiterführt, kommt die neue Einsicht:

  • Wie kann der zersetzende Prozess gestoppt und der entstandene Schaden so schnell wie möglich behoben werden?
  • Wie können Friedensverhandlungen aufgenommen werden?
  • Was möchte dieser Körperhaus-Meister eigentlich?

Was ist das Ziel des Körperhaus-Meisters?

Der Körperhaus-Meister hat das Ziel, seinen Körper-Besitzer im Körperhaus zu halten – es für ihn und die Körper-Zellgemeinschaft angenehm zu machen. Er strebt einen glücklichen Seins-Zustand an, indem zufriedene Zellen Glücksmoleküle aussenden. Damit möchte er, dass der Körper-Besitzer den Körper-Hausmeister dazu bringt, gut für das Körperhaus zu sorgen. Letztlich erhält er das Leben durch das Prinzip der umfassenden Fürsorge und bittet den Körper-Besitzer darum, Schaden vom Körperhaus abzuwenden und gleichzeitig nach Orten für dauerhaft gute Lebensbedingungen Ausschau zu halten und mit Bedacht zu handeln.

Ein schönes Bild für sein Wirken ist in Carsten Henns Roman „Der Buchspazierer“ literarisch dargestellt.

In einer Stadt gibt es eine Buchhandlung, die von seinem Besitzer als hervorragender Buch-Kommunikator bzw. -Händler geführt wurde. Er stellte für seine Kunden genau passende Angebote zusammen. Manchen Kunden war es aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich, ihr Haus zu verlassen und in den Buchladen zu kommen. Sie fühlen sich nur in den eigenen vier Wänden sicher. Sie gaben ihre Bestellungen entweder telefonisch oder persönlich an den „Buchspazierer“ auf. Dieser verpackte die Bücher im Laden, legte sie in seinen Rucksack und trug sie durch die Stadt zu seinen Kunden. Das ging viele Jahre so, bis der Buchladen-Besitzer und -händler seinen Laden aus Altersgründen an seine Tochter abgab, die die Struktur des Buchladens aus Umsatz- und Markt-technischen Gründen modernisieren wollte.

Die neue Buchladen-Besitzerin möchte die Tätigkeit des „Buchspazierers“ – vergleichbar mit dem Buchladen-Hausmeisters – einstellen. Dieser hatte bereits die Aufgaben des kompetenten Buch-Händlers übernommen. Der sich daraus entwickelnde Konflikt wird durch die Energie von Schascha, einem neunjährigem Mädchen, aufgelöst. Sie ist diejenige, die Kontakt zum „Buchhandels-Meister“ aufnimmt und seine Steuertechniken erlernt.

Wie arbeitet der Körperhaus-Meister?

Der Körperhaus-Meister steuert den Körper durch den gesamten Lebenszyklus: Aufwachsen, Erwachsen sein und Altern. Sein Erfolg baut auf festen Säulen wie Sicherheit, Berechenbarkeit und Vertrauen. Er sorgt für Disziplin und Ordnung, lebt von Bildung und Fortschritt. Er glaubt an sich und seine schöpferischen Fähigkeiten. Daraus entwickelt sich Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftskraft, Fähigkeiten zum bilateralem Handel und zur Verteidigung. Es entsteht Finanzkraft mit einer eigenen Währung in Form von ATP (Adenosintriphosphat) und Innovation auf der Basis von Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination bei ausgewogener Ernährung, erholsamen Schlaf und guten sozialen Beziehungen. Sein Ziel ist Zufriedenheit und Wohlbefinden.

Äußere Umstände und der Einfluss des Körper-Besitzers mit seinen Aufträgen an den Körper-Hausmeister fordern ihn heraus. Ihre Handlungen balanciert immer der Körperhaus-Meister aus, um das Leben im Körperhaus im Gleichgewicht zu halten.

Besonders schwer wird es bei Mangelzustände oder Überfluss. Bei übermäßigem materiellem Wohlstand passiert es häufig, dass sich der Körper-Besitzer einen inneren Schweinhund zulegt, der den Körper-Hausmeister von dringenden Arbeiten ablenkt.

Der Körperhaus-Meister ist der Chef des Innendienstes und gibt die Aufträge an die Außendienste. Diese wiederum entscheiden selbstständig, wofür sie sich einsetzen. Im allerbesten Fall stimmen die Auftragsinhalte im Außen und Innen überein. Der Außendienst übernimmt Aufgaben, die dem Innendienst nutzen. Dabei gibt er weniger aus, als er einnimmt. Damit stellt er sicher, dass genügend Energie übrig bleibt, um mit allen Zellen eine gute Kommunikation zu pflegen.

Der „Sitz“ des Körperhaus-Meisters

Welche Instanz in unserem Körper übernimmt diese Funktion? Die Kommunikation mit dem Außen steuert das Gehirn vergleichbar mit einem Außenministerium. Für die innere Steuerung heißt es im Volksmund immer so schön: „Was sagt dir, dem Körper-Besitzer, dein Herz?“

Es hat einen zentralen Platz im Körper, ist über das Gefäßsystem mit allen Zellen im Körper verbunden. Es verfügt über ein eigenes organspezifisches Nervensystem und steht im engen Informations-Austausch mit dem Gehirn. Ein Kardiologe sagte in einem Vortrag: „Das Herz ist für die Blutversorgung wie ein Zentralwarenlager“. Es reagiert auf Angebot und Nachfrage in Abstimmung mit der zentralen Mess- und Steuerzentrale – Gehirn und der zentralen Ressourcen-Eingangszentrale – Verdauungssystem und deren Mitarbeiter – Microbiom.

Wie sagt es der kleine Prinz (Antoine de Saint-Exupéry)? „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Jetzt ist es klar! Der Körperhaus-Meister „wohnt“ im Herzen. Von hier aus steuert er den Körper.

Warum lohnt es sich, Freundschaft mit seinem Körperhaus-Meister zu schließen?

Ein Mensch, der seine angeborene Balance-Seitigkeit nicht lebt, handelt bei jeder Bewegung gegen die Wünsche seines Körperhaus-Meisters. Dieser muss die dabei entstehende Mehrbelastung zu Lasten der Zellen-Gemeinschaft ausgleichen. Wenn Körper-Besitzer und Körper-Hausmeister im guten Glauben, es richtig zu machen, hoch motiviert handeln und im Außen dafür belohnt und angespornt werden, wird vom Körperhaus-Meister erwartet, dass er gefälligst dafür sorgt, das sich die Zellen-Gemeinschaft anpasst und sie sich an den Wünsche des Außendienstes ausrichtet. Das kann nur kurzfristig gelingen. Über längere Zeit wird mehr Energie ausgegeben als durch die Handlungen zurückkommt. Ein ungleicher Handel, der auf Dauer mehr schadet als nutzt. Ein deutliches Zeichen dafür ist das sogenannte Hochstapler-Gefühl und eine Sucht nach äußerlichen Erfolgen, die im Inneren nur eine noch größere Leere und innere Spaltung in Form einer unzufriedenen, missbrauchten Zellen-Gemeinschaft hinterlässt.

Wird dagegen eine Handlung entsprechend der angeborenen Balance-Seitigkeit ausgeführt, z.B. die Äugigkeit kooperiert mit den Händen und Füßen im Einklang mit der angeborenen Seitigkeit des Gleichgewichts-Systems, dann ist eine Leistung im Außen nicht zwingend erforderlich. Es entsteht bereits aus reiner Freude an der Bewegung ein Kohärenzgefühl, dass für Stimmigkeit und Gleichklang sorgt. Aus diesem Gefühl heraus, fällte es dem Körper-Besitzer viel leichter, Anweisungen an den Körper-Hausmeister zu geben, die einer optimistisch in die Zukunft blickendenden Körper-Nutzung dient. Der Körper-Besitzer möchte gern in diesem Körper sein und seine Möglichkeiten leben, um die Freude der Zellen-Gemeinschaft mit anderen Menschen und wiederum deren Zellen-Gemeinschaften zu teilen. Anstatt Spaltung und innerer Leere entsteht Gemeinschaft und Fülle durch einfaches, authentisches Sein.

Fazit zur Bedeutung des Körperhaus-Meisters

Literatur-Quellen und Empfehlung

  • Croos-Müller, C. (2023) Halt! Das kleine Überlebensbuch – Soforthilfe bei Krise, Verzweiflung, Ausrastern und Co. Kösel-Verlag. [Google Scholar]
  • Croos-Müller, C. (2013) Viel Glück – Das kleine Überlebensbuch – Soforthilfe bei Schwarzsehen, Selbstzweifeln, Pech und Pannen. Kösel-Verlag. [Google Scholar]
  • Heintze, Anne (2020) Urvertrauen – Wie du Heimat findest in dir selbst. München GU. [Google Scholar]
  • Scheuermann, Ulrike (2019) Self care – Du bist wertvoll: Das Selbstfürsorge-Programm. Knaur Balance. [Google Books]
  • de Saint-Exupéry, Antoine (2020) Der kleine Prinz: Mit den originalen Illustrationen des Autors und der klassischen Übersetzung. Düsseldorf Karl Rauch Verlag.
  • Wiking, Meik (2022) Mein Hygge Home – Ein Wohnbuch mit Herz und Seele. Köln Lübbe life.