dominante Hand, Händigkeit, Füßigkeit, Balance-Seitigkeit

Motorische Seitigkeit

Die motorische Seitigkeit des menschlichen Körpers beruhen auf zwei wichtige grundsätzlichen Aufgaben:

Zum einen sorgt der Körper über das Gleichgewicht für einen sicheren Halt. Zum anderen möchte er geschickt sein und Ziele erreichen. Dazu nutzt er bei vielen Tätigkeiten eine bevorzugte Hand – Händigkeit oder einen dominanten Fuß – Füßigkeit.

Nur wenn beide Fähigkeiten gut ausgebildet sind und harmonisch miteinander kooperieren, fühlt sich der Mensch in seinem Körperhaus geborgen und interagiert sicher mit seiner Umgebung.

Balance- und motorische Seitigkeit (Händigkeit, Füßigkeit) sind auch Hirnigkeit. Wird diese komplexe Kooperation nicht stimmig gelebt, kann dies zu vielfältigen negativen Auswirkungen führen (Pinero-Pinto 2022):

  • Unsicherheit
  • Ungeschicklichkeit
  • Unruhe oder Lethargie
  • Problem mit der Koordination
  • Probleme mit dem Gleichgewicht
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gedächtnisprobleme
  • Lernschwierigkeiten
  • Rechts-Links-Unsicherheiten
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Probleme mit dem Körpergefühl
  • starke Stimmungsschwankungen

Gliederung der Motorische Seitigkeit

Unterschied zwischen Grob- und Feinmotorik

Bei grobmotorischer Bewegung werden körpernahe Körperteile wie Oberarme und Oberschenkel oder der Rumpf stärker bewegt. Es finden größere Massebewegungen statt, die durch das Gleichgewichtssystem über das muskuläre System des Halte-Apparates in Balance gehalten werden müssen.

Während bei feinmotorischer Bewegung, der größte Teil des Körpers ruhig verharrt und weiter entferntere Körperteile wie Hände und Finger sowie Füße und Zehen über die Augen oder den Tastsinn und die Propriozeption fein gesteuerte Bewegungen ausführen. Hier überwiegen Konzentration, Geschicklichkeit und Genauigkeit.

Überspringen einer Pfütze – Grobmotorik

Folgendes Szenario: Ein kleiner Wasserlauf überquert einen Wanderweg. Der Untergrund ist zum Teil aufgeweicht. Es erscheint machbar mit einem Schrittsprung den Bach zu überqueren. Vorsichtig Anlauf nehmen – es könnte rutschig sein. Das dominante Bein geht nach vorn und das Standbein springt ab. Bei der Landung fängt das dominante Bein die Gesamtbewegung auf und leitet sie auf das nachfolgende Standbein um, dass die dynamische Sprung-Bewegung abbremst.

Umrühren in einer Tasse – Feinmotorik

Ein Tasse mit Untertasse gefüllt mit Tee, Kakao oder Kaffee wird mit beiden Händen an einen Probanden übergeben. Der kleine Löffel steckt in der Tasse und zeigt mittig zum Probanden. Der Henkel der Tasse befindet sich auf der entgegengesetzten Seite zum Löffel. Genauso mittig liegt ein Stück Zucker, dass in dem Getränk durch Rühren mit dem Löffel aufgelöst werden soll.

Befindet sich diese Versuchsanordnung in seinen Händen, sind die Oberarme nah am Oberkörper. Er steht mit beiden Beinen still. Nur die Unterarme sind angewinkelt und es fällt jetzt die Entscheidung für die aktive Hand. Die Haltehand möchte die Untertasse so ruhig wie möglich halten. Die dominante aktive Hand gibt den Zuckerwürfel in die Tasse, greift den Löffel und rührt entweder im Uhrzeigersinn oder entgegen um.

Quellenangaben

  • Bild: Robert Collins, unsplash
  • Pinero-Pinto, E., Romero-Galisteo, R. P., Sánchez-González, M. C., Escobio-Prieto, I., Luque-Moreno, C., & Palomo-Carrión, R. (2022). Motor skills and visual deficits in developmental coordination disorder: a narrative review. Journal of Clinical Medicine11(24), 7447. [Pubmed]