Zusammenspiel der Seitigkeiten

Zusammenspiel der Seitigkeiten symbolisiert durch Zahnräder, die ineinandergreifen
Alle Seitigkeiten eines Körpers wirken sich auf die Harmonie des Zusammenspiels aus.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Seitigkeiten des Menschen ist sehr komplex. In der Lateralitätsforschung werden verschiedene Lateralitäten wie Händigkeit, Füßigkeit und Äugigkeit unterschieden (Reiss 2000). Doch wie interagieren sie miteinander und wer oder was steuert das Zusammenspiel?

Erinnern wir uns an eine herausragende körperlichen Leistungen und fragen uns: „Wie war das biologisch möglich?“ So bleibt nur festzustellen: Unser Körperhaus steuert ein Meister – der Körperhaus-Meister.

Koordination der Seitigkeiten des Menschen
Die verschiedenen Seitigkeiten des Körperhauses steuert der Körperhaus-Meister.

Der Körperhaus-Meister steuert das Zusammenspiel der verschiedenen Seitigkeiten des menschlichen Körpers über:

  • eine lateralisierte Wahrnehmung,
  • eine lateralisierte Informationsverarbeitung,
  • eine lateralisierte Koordination der Motorik und
  • einer lateralisierten Verarbeitung von Emotionen.

Der „Körperhaus-Meister“

Unter diesem Begriff werden auf dieser Webseite alle biologischen Prozesse zusammengefasst, die alle Seitigkeiten des Körpers koordinieren. Das kybernetische Zusammenspiel von Sensorik und Motorik zur Steuerung von Gefühlen und Emotionen und umgekehrt sind Gegenstand dieses Beitrages.

Auge-Hand-Koordination

Für die Feinmotorik ist die Auge-Hand-Koordination sehr wichtig. Sie bildet sich mit den ersten frühkindlichen Greifbewegungen heraus. Das Nah-Sehen lateralisiert sich und wird nach und nach auf das Sehen und Manipulieren von entfernten Objekte erweitert.

Auge-Fuß-Koordination

Die bekannteste Auge-Fuß-Koordination ist sicherlich das Fußballspielen. Viel mehr Bedeutung für den Alltag hat die Trittsicherheit auf Treppen oder unebenen Wegen. Die Augen suchen nach einem trittsicheren Platz. Danach wird dieses Ziel mit dem Fuß angesteuert, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren.

Gleichgewichtsfähigkeit

Die Fähigkeit den Körper in Ruhe (statisch), in der Bewegung (dynamisch), im Zusammenhang mit einem Gegenstand (objektbezogene) sowie als Reaktion auf verschiedene Umweltreize (situative) im Gleichgewicht bzw. in der Balance zu halten wird als Gleichgewichtsfähigkeit bezeichnet.

Entwicklung von Gleichgewichtsfähigkeiten

Der Gleichgewichtssinn ist mit verschiedenen körperlichen Systemen wie dem muskulären bzw. dem limbischen System sowie den kortikalen Systemen für kognitive Prozessen wie räumlichen Orientierung, der Aufmerksamkeit, dem Gedächtnis und dem System für exekutive Funktionen eng verbunden. Letztendlich spielt das Gleichgewichtssystem bei der kardiorespiratorischen Kohärenz für die Steuerung von Sympathikus und Parasympathikus eine entscheidende Rolle für psychische Gleichgewichtsfähigkeiten.

Zusammenspiel von Balance-Seitigkeit und Drehseitigkeit des Kopfes

Sensorische Reize können eine lateralisierte Bewegung des Kopfes auslösen. Die Präferenz der Kopfbewegung auf eine Seite ist Thema dieses Beitrage. Sie kann sehr gut bereits an Säuglingen in Tragetüchern beobachtet werden.

Zusammenspiel von
Füßigkeit und Drehseitigkeit

Drehbewegungen des gesamten Körpers laufen lateralisiert ab. Bei einem lateralisiertem Gleichgewichts-System bildet sich eine Präferenz für eine Drehseite heraus. Ist die Kopfbewegung der Auslöser der Drehbewegung, dann folgt der Körper der Blickrichtung. Das Zusammenspiel der Seitigkeiten des Rumpfes beginnt sehr oft mit einer Bewegung der Hüfte oder Schulter, die eine Bewegung des Beines auslöst.

Quellenangabe

  • Bildquelle des Titelbildes: Freepik
  • Reiss, M., & Reiss, G. (2000). Zur Untersuchung der motorischen Asymmetrien. Fortschritte Der Neurologie· Psychiatrie68(02), 70-79. [GoogleScholar] [PubMed]